Der Sumpf ist eine Art Treibhaus mit einer starken Pflanzenproduktivität. Neben den Salzwiesenpflanzen ist das Phytoplankton – hier mit dem Wiesengras vergleichbar – das erste Glied der Ernährungsketten. Die Küstensümpfe bieten ihm hervorragende Entwicklungsbedingungen, denn zusätzlich zu dem für Pflanzen unentbehrlichen Kohlendioxid findet es hier die ideale Kombination dreier lebensnotwendiger Elemente: mineralische Nährstoffe, Licht und Wärme.

Während der 3 oder 4 Stunden, die das Weiße Meer mit Wasser gefüllt ist, entwickelt sich das Plankton und bereichert anschließend, mit der ausspülenden Ebbe, das Küstenwasser. Der Sumpf wird somit zu etwas wie einem gut beschickten Selbstbedienungsladen. Bei Flut ist dann Essenzeit für das Zooplankton, das sich zum „Abgrasen der schwimmenden Wiese“ einfindet, aber auch für Kopffüßer wie Kalmare oder Echte Tintenfische und junge Fische wie Sardinen, Sardellen, Makrelen, die sich ebenso von Phyto- als auch von Zooplankton ernähren. Auch Plattfische wie Meeräschen, Barsche oder Goldbrassen finden am Boden ihr Glück und ernähren sich von allen Tieren, die aus dem Sand oder Schlick kommen, sobald das Meer wiederkehrt.

Der Sumpf bietet Schutz. Die in den Kanälen der Salzwiesen lebende Fischbrut steigt mit der Flut auf. Bei Ebbe ist das Risiko groß, in einem zu kleinen Tümpel blockiert zu bleiben und in dem Fall dann den zahlreichen Vögeln in diesem Gebiet als willkommene Mahlzeit zu dienen.